lange nicht hier gewesen.
die letzten tage waren doch sehr stressig, was man an (von ringen unterlaufenen) zugekniffenen augen sehen kann.
ich bin saumüde und kann mich noch nicht mal über ne neue gitarre richtig freuen. man fühlt sich auch höllisch dumm, wenn man müde ist. was an sich ne geile sache ist. dumm sein für einen tag...ist
irgendwo n lebenstraum. man erwischt sich beim "mit-offenem-mund-aus-dem-fenster-gucken" und hofft denn halt, dass man den anderen zuvor gekommen ist.
heute kommt die neue tomte-platte raus. alle, die vorhaben, sie bei hertie zu kaufen seien gewarnt. ein mix aus dr. welf haeger und buddy holly guckt mich an, als ich hätte ich seine frisur
beleidigt und lässt mich stehen mit den worten "DIESER MARKT IST NICHT FREIGESCHALTET FÜR DIESE GRUPPE!". ich war wohl nicht der erste.
egal. wie das so ist. ich geh zurück zu den regalen und nehm am ende die neue verve-platte mit.
wer heute noch nichts vorhat, sollte sich auf den weg nach hamburg machen. media markt lager in altona. tomte show, gratis. wieder 19 uhr.
also, ich wünsch allen einen schönen abend.
ich brauch kaffee. jetzt.
So oder so ähnlich. Vage würd ich sagen. Klingt nicht so, dass man unbedingt Lust dazu bekommen könnte, die Schnauze zu halten. Klingt vielmehr
so, das Ganze auf die Spitze zu treiben. Jawohl. Einfach noch viel nerviger zu sein. Und wenn man dann als Unbeteiligter in der Bahn daneben sitzt, neben dieser Familie, die aus 6 Mitglieder
besteht, ohne Vater, wobei Leon leider noch der Jüngste ist, mit gerade mal 4 Jahren. Und dann ist da noch die große Schwester und alle zählen immer bis drei, als wenn es ein Zaubertrick sei. "Und
nun, 1, 2, 3 - aufhören.". Als wirklich Unbeteiligter hat man nun zwei Möglichkeiten, zum einen kann man denken: "Gott, wann stopfen sie diesem Blagen endlich die vieltitulierte Schnauze?" oder mit
übt sich in Empathie und denkt über das arme Kind nach, dass nur einen Weg sucht sich auszudrücken in einer Familie, die schlecht organisiert ist, was Pädagogik betrifft, was kindliche Erziehung
und Menschlichkeit betrifft. Ich will mir nicht anmaßen zu sagen, ich könnt es besser. Ich will nicht sagen, dass es leicht ist. Ich will nur sagen, dass es nicht richtig ist, wenn das Kind bei
"Drei!" nicht gespurt hat, dem Kind eine zu watschen. Und das tat nicht nur die Mutter, das tat auch die große Schwester und die Mutter tolerierte das und gab dem Kind noch die Schuld daran. "Du
hast das doch nur herausgefordert, doch nur drauf gewartet, dass das passiert.", nur um ihre eigene Überforderung der Situation auf das Kind zu übertragen. Schuldübertragung. Das Leben ist nicht
einfach. Wie die große Schwester schon richtig zu ihrem elfjährigem Geschwisterchen sagte: "Man, wenn der dich haut, der ist doch erst 4, da musst du doch nicht gleich zurückhauen. Steh doch mal
drüber man. Du bist echt so hirnverbrannt!". Ja, das möcht ich allen auf den Weg geben.
Gib mir Mut, gib mir Kraft, gib mir alles, was du geben kannst, alles, was du entbehren kannst. Nichts ist zu teuer, um die Wunden
zu verbinden, der Millionen Menschen, die nicht mehr können, die keinen Halt mehr kennen, die kein Leid&Unrecht mehr sehen, weil nichts Gutes mehr da ist, so dass sie es unterscheiden
könnten. All denen, die nicht vergessen können, die nicht aufhören zu denken, die nicht still sitzen können oder gar nicht ans Entscheiden wollen. Für eine Parole zuviel, ist hier kein Platz.
Pragmatische Anweisungen gabs jedoch zu genüge. Ein Denkanstoß, die Welt wichtiger und damit auch sich selbst wichtiger zu nehmen.
Das will ich euch heut nicht mit auf den Weg geben. Denn zuerst müsst ihr warten und laufen lernen. Und dann werd ich euch auf den Weg schicken, erst wenn ihr laufen könnt, sprechen, singen,
schreiben, lesen, ja, erst dann kann ich auch guten Gewissens in die Welt entlassen. So oder so ähnlich wird er wohl denken, wird er es sich wohl wünschen. Und wisst ihr, woran ich merke, dass mein
Zimmer zu warm ist? Wenn ich es im Pullover kaum noch aushalten kann und anfang zu schwitzen, dann dreh ich runter. Scheiss T-Shirt-Junkies. Nen Ordentlichen Pullover, selbst im Haus. Egal. Was
schreib ich, was denk ich...
Es ist doch alles für die Katze. Nur wieder eine weitere Nacht. Eine weitere Nacht ist angebrochen...
Ich schmeiss die Jacke in die Ecke und die Schuhe schmeiss ich auch in die Ecke und dann meinen Pullover und dann die Hose, bis ich schließlich
dasteh in der Unterwäsche. Der Unterwäsche. Feinrippunterwäsche in Weiß. Ich rieche nicht besonders gut, was weiss ich, woher das kommt. Nur eines, der Tag heut schlaucht, er schlaucht.
Oh nein, warte, seht euch das an, die Wolkendecke bricht, sie bricht auf. Wie herrlich. Und jetzt erfasst zum ersten Mal Licht meine Nasenspitze, Wärme dringt durch die Adern und
Venen und seis drum, jetzt steh ich da, in der Unterwäsche und muss nicht frieren. Ich muss gar nichts. Zeit zum anziehen und rausgehen. Zeit, um was zu machen. Aber jetzt kann ich mich nicht
aufraffen, noch nicht.
Schon mal über die Liebe nachgedacht? Natürlich, wer tut das denn nicht. Dreht sich doch alles irgendwie um Liebe. Um die Suche nach Liebe, um das Verlieren von Liebe. Der Liebe zu
Anderen, der Liebe zu sich selbst. Beides ist schnell verloren und Achtung gewinnt man nicht so schnell zurück. Denn mit der Achtung geht die Hemmschwelle verloren. Plötzlich fängst du an zu
Lügen, Geschichten zu erzählen, Menschen zu hintergehen. Und wenn du soweit bist und das tust, wer kann dich dann noch fangen? Wenn niemand mehr da ist, weil man alle verletzt und vergrault hat,
ja, man sich selbst kaum noch im Spiegel betrachten kann. Dann muss man raus in die Welt, bevor es zu spät ist. Bevor nichts mehr geht, bevor du vor der Wand stehst und diese Wand zu hoch und zu
glatt ist, um sie zu überwinden. Dann musst du zurück. Pein.
Und zurück kennt man zwar den Weg, aber, wenn man sich verläuft und es irgendwann merkt und weiss, man muss zurück zum Ausgangspunkt, wie ist dieses Gefühl? Versteht ihr, was ich meine?
Sinnlosigkeit. Man kommt ins grübeln und scheut sich davor, denn Weg zurück zu beginnen, man überlegt und hadert und man sucht verzweifelt nach der Möglichkeit den Rückweg zu umgehen, nur des
Rückschritts wegen. Weil Rückschritte weh tun. Sie zeigen einem auf, dass man Fehler begangen hat. Und Fehler macht jeder. Nur glauben wir, dass wir keine Fehler machen dürfen, dass wir perfekt
sein müssen und wunderschön sein und überhaupt mindestens eine Sache besonders gut.
Ist das der Fall? Sollte das der Fall sein? Was wenn es aber nicht der Fall ist? Sind wir dann nicht lebenswürdig, nicht liebenswürdig? Oh, doch. Du bist es. Wir sind es.
Und wenn ich dir einen Song schreib, dann kommt er von Herzen. Und wenn ich einen Song schreib, dann bin ich nicht verlogen, höchstens verloren.
Also, wenn ich nicht schlafen kann, wisst ihr, was ich dann tue? Es gibt da ein probates Mittel, das hilft immer und es schon fast sowas, wie ein
Ritual. Immer wenn ich nicht einschlafen kann, dann geh ich nachts runter in die Küche und schneid Zwiebeln. Dann muss ich richtig heulen, also, so richtig, mit allem drum und dran. Wenn dann so
die Tränen kullern, dringt Erleichterung in Herz. Viele sagen ja; "Mach bloß nicht das Licht an." oder "Schau um Himmels Willen nicht auf die Uhr, das macht es nurnoch schlimmer.". Zwiebeln
schneiden. Weinen. Schlafen.
Zum Weinen geh ich in den Keller. Da sieht mich niemand und die Tränen trocknen schneller. Heut Abend ists verloren.